CTT - Curriculum

Zusatzqualifikation Spezielle Psychotraumatologie (DeGPT)
Frankfurter Curriculum Spezielle Psychotraumatherapie - Nach Empfehlungen und Anforderungen der DeGPT

Das Curriculum Spezielle Psychotraumatherapie richtet sich an Personen, welche eine vollständige Aus- bzw. Weiterbildung in einem anerkannten Psychotherapieverfahren bereits abgeschlossen haben, und sich auf dem Gebiet der Behandlung von Traumafolgestörungen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft weiterbilden möchten. Der Ausbildungsgang basiert auf der Kognitiven Verhaltenstherapie, für die in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung besonders gute Wirksamkeitesnachweise erbracht werden konnten. Der Schwerpunkt des Curriculums liegt auf der Behandlung von besonders schweren, chronischen Formen der Posttraumatischen Belastungsstörung mit schwerwiegender komorbider Symptomatik, wie sie z.B. nach schweren Gewalterfahrungen auftreten können. Es bietet eine umfassende und praxisorientierte Weiterbildung in der Behandlung von Traumafolgestörungen.

Die Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT), die deutschsprachige Sektion der European Society for the Studies of Traumatic Stress (ESTSS), hat im September 2004 ein Curriculum mit Standards zum Erwerb der Zusatzqualifikation "Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT)" vorgeschlagen (genaue Informationen dazu unter www.degpt.de). Diesen Vorgaben entspricht das angebotene Curriculum, es führt zur Erlangung der Zusatzqualifikation "Spezielle Psychotraumatherapie".

Das gesamte Curriculum richtet sich aus nach Verfahren und Interventionen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt wurde. In insgesamt 4 dreitätigen Blockseminaren vermitteln ausgewiesene Referentinnen und Referenten unter der Leitung von Dr. Regina Steil, ehemalige Präsidentin der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie und leitende Psychologin an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, Wissen und Kompetenzen in der Behandlung der vielfältigen psychischen Folgen von Traumatisierung. Dabei erwerben die Teilnehmenden vertiefte Kenntnisse zu den Grundlagen der Störungsbilder, sie erlernen anhand von Falldarstellungen und einer Fülle von Übungen wertvolle und hilfreiche therapeutische Strategien aus einem breiten und ausgewogenen Spektrum. Verfahren aus den Bereichen der Kognitiven Verhaltenstherapie bzw. der Dialektisch- Behavioralen Therapie werden dabei ergänzt durch z.B. den ebenfalls wissenschaftlich überprüften Behandlungsansatz von Ulrich Sachsse, der diesen selbst unterrichten wird. Den Abschluss dieser Zusatzqualifikation können die Teilnehmenden durch die "reisefreundliche" Anordnung der einzelnen Bausteine in 4 Blockseminare innerhalb von 10 Monaten vergleichsweise zügig erreichen.

Alle Module werden von den zuständigen Ärzte- und Psychotherapeutenkammern zertifiziert, die Zusatzqualifizierung wird den Absolventen bescheinigt. Die Module und Elemente können auch einzeln gebucht werden. Zu allen Angeboten erhalten die Teilnehmenden Handouts und Empfehlungen zum Selbststudium.

Der Veranstaltungsort ist folgender:
Verhaltenstherapieambulanz der Goethe Universität Frankfurt am Main
Institut für Psychologie
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie
Varrentrappstr. 40-42
60486 Frankfurt.

Wir freuen uns sehr, dass wir für das Curriculum sehr erfahrene und kompetente Dozentinnen und Dozenten gewinnen konnten und hoffen, Ihnen mit den Workshops und Themen des Frankfurter Curriculums Spezielle Psychotraumatherapie ein attraktives Angebot unterbreiten zu können.

Curriculare Module

1. Theoretische Grundlagen

Geschichte der Psychotraumatologie, Neurobiologie, Besonderheiten des Traumagedächtnisses, Überblick zu traumaspezifischen Behandlungsverfahren, Behandlung durch Psychopharmaka, Überblick über den aktuellen Stand der Psychotherapieforschung im Bereich Trauma (Metaanalysen etc.). Verhinderung erneuter Viktimisierung. Traumaspezifische Diagnostik (mindestens drei Testverfahren, Interview und Fragenbogen), Epidemiologie und komorbide Störungen, spezifische Traumatisierungen (z. B. Folter, sexuelle Gewalt, Migrationsprobleme), relevante juristische Grundkenntnisse z.B. Opferschutz-Gesetze (für Deutschland z. B. OEG, GewSchG); Möglichkeiten kontinuierlicher Fortbildung (Leitlinien, Diskussion von "Evidence-Based Medicine", Fachgesellschaften, Fachzeitschriften)
20 UE/Kurs

2. Techniken zur Stabilisierung und Affektregulation

Kognitive Techniken (Entdecken und Verändern dysfunktionaler Kognitionen, Bearbeiten von Schuld und Scham (vgl. Ehlers, 1999), Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken (vgl. Brom & Kleber 1998; vgl. Reddemann 2001), oder DBT-Verfahren (mit Schwerpunkt auf Unterbrechung intrusiver Phänomene, Selbstverletzung sowie Erlernen von Affektmodulation (vgl. Cloitre et al., 2002; bzw. Linehan 1996). Mindestens eine der erwähnten Techniken muss praktisch eingeübt und beherrscht werden, bei den anderen beiden Techniken reicht die ausführliche Darstellung. Ausblick auf experimentelle Protokolle (manualisiert, aber bislang ohne kontrollierte, randomisierte Studie).
20 UE/Kurs

3. Traumabearbeitung (überwiegend bezogen auf non-komplexe PTBS)

Evidenzbasiertes traumabearbeitendes Verfahren/Technik (Evidenzstufe Ia nach Cochrane) in Theorie (Krankheitsmodelle, Indikation, Kontraindikation, Differentialindikation) und Praxis. Verfahren: Zur Zeit sind Ia-Techniken kognitive und verhaltenstherapeutische Ansätze oder EMDR (vgl. Ehlers 1999, Resick 1991 und verschiedene Formen der Expositionsbehandlung, vgl. z.B. Foa et al. 1991, vgl. Shapiro 2001).

Eines dieser Verfahren soll ausführlich vermittelt werden, ein anderes im Überblick.
30 UE/Kurs

4. Überblick über die Behandlung akuter Traumatisierungen und Krisenintervention

Phasenverlauf und Erscheinungsbilder akuter Traumatisierungen, traumaspezifische Krisenintervention, Unterstützung natürlicher Verarbeitungsprozesse, Verhinderung von Folgetraumatisierungen, kritischer Einsatz von Akutinterventionen (Evidenzbasis, Darstellung der Vorgehensweisen, Information zum Stand der Wirksamkeit verschiedener Verfahren). Gesprächsführung in der akuten Situation, Umgang mit Phänomenen akuter Belastungsstörungen wie z.B. Dissoziation. Diagnostik und Behandlung von Akuter Belastungsstörung und Risikopopulationen (vgl. z.B. Bryant et al. 1998, Orner & Schnyder 2003 und Solomon 1998). Kooperation mit Opferhilfe-Organisationen und den Diensten vor Ort.
10 UE/Kurs

5. Behandlungen komplexer PTBS / Behandlung von DESNOS

Evidenz-basierte Verfahren
Die Behandlungskonzepte für komplexe PTBS sind zur Zeit stark in der Entwicklung begriffen, während gleichzeitig die Forschung über dieser Patientenpopulation erhebliche Probleme aufwirft. Die Erkenntnisse in diesem Bereich entsprechen daher derzeit einem Evidence-Grad Stufe 2-3 nach Cochrane. Die Verfahren nach Punkt 3., insbesondere aber nach Punkt 2., sind auch im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplanes von DESNOS einsetzbar. Zentral sind bei diesem Modul gestufte und gut steuerbare Verfahren der Konfrontation mit dem Erlebten sowie die Veränderung dysfunktionaler / übertragungsverzerrender Affekte und Kognitionen. Kriterium ist, dass das Verfahren manualisiert ist, eingehend und detailliert beschrieben wurde und klinische Akzeptanz besitzt.

Eines dieser Verfahren soll ausführlich vermittelt werden, ein anderes im Überblick.

Inhalte dieses Moduls sind die besonderen Anforderungen bei:

  • Beziehungsgestaltung: Die Beziehungsgestaltung steht zunächst im Vordergrund und wird als Basis angesehen.
  • Stabilisierung (vgl. Punkt 2)
  • Traumabearbeitung und Integration
  • Informationen zu den Folgen schwerer interpersoneller Gewalt, vor allem im Kindesalter (Neuropsychologie, Beziehungsentwicklung, Bindungsstörungen sowie deren Auswirkungen in der therapeutischen Beziehung)
  • Überblick über Grundlagen dissoziativer Störungsbilder und Verfarren der Behandlung

Zur Zeit werden die Kriterien erfüllt durch z.B. hypnotherapeutische Verfahren, modifizierte kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren, psychodynamisch- imaginative Verfahren, tiefenpsychologisch modifizierte Verfahren. (vgl. Mehrphasige Integrative Traumatherapie, Butollo 1998; Acceptance and Committment Therapy nach Hayes, Strohal & Wilson 2002, van der Hart & Steele 1989; Mehrdimensionale Psychodynamische Traumatherapie, Fischer 2002; Integrativ-psychodynamisch- kognitive Therapie, Horowitz 1986, Phillips 2002; Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie, Reddemann & Sachsse 2000, Reddemann 2001; Imagery Respripting nach Smucker und Dancu 1999)
30 UE/Kurs

6. Selbsterfahrung und Psychohygiene

Themenzentrierte Selbsterfahrung bei von der DeGPT anerkannten Supervisoren bzw. bei durch aus-bildungsberechtigten Instituten benannten und entsprechend in Psychotraumatherapie qualifizierten Therapeuten. Psychohygiene für Psychotherapeuten: Selbstdiagnose von sekundärer Traumatisierung und Burnout, Verfahren zum Selbstschutz für Behandler (vgl. Figley & Stamm, 2000)
10 UE/Kurs

7. Supervision

Supervision eigener Behandlungsfälle (nach Möglichkeit video-dokumentiert) durch entsprechend qualifizierte Supervisoren und Supervisorinnen (u.a. Indi-kati-onsstellung und Behandlungsplanung) in Einzelsetting oder Gruppen (max. 6 Teilnehmer bei Blocks von mindestens 4 UE).
10 UE/Kurs

Abschlusskolloquium

Kollegiales fallbezogenes Gespräch. Als Voraussetzungen für die Zulassung zum Abschlusskolloquium sind sechs supervidierte und dokumentierte Behandlungsfälle (Kurzfassung) mit unterschiedlichen Störungsbildern (Vollbild PTBS, komplexe Traumatisierung u.a. nach Kindheitstrauma - mind. 50 Behandlungsstunden, und - wenn möglich - Akuttraumatisierung) einzureichen, von denen 4 Behandlungsfälle eine volle Diagnostik (einschließlich mindestens drei traumaspezifische Testverfahren) beinhalten müssen und zwei dem Abschlusskolloquium zugrunde gelegt werden.
10 UE/Kurs

Gesamtstunden (UE)     140

Erwerb der Zusatzqualifikation Spezielle Psychotraumatologie Anforderungen der DeGPT

Zulassungsvoraussetzungen:

Die für den Erwerb der Zusatzqualifikation geforderten Ausbildungsinhalte sind im Mannheimer Curriculum Spezielle Psychotraumatherapie vertreten. Sie können unter www.degpt.de eingesehen werden.

Als Voraussetzung für das Erlangen der Zusatzqualifikation Psychotraumatherapie gilt:

  • in Deutschland:
    • die Anerkennung als Ärztlicher oder Psychologischer Psychotherapeut bzw. als Ärztliche oder Psychologische Psychotherapeutin.
  • in der Schweiz:
  1. Die Anerkennung als Facharzt/ -ärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie oder als Arzt/Ärztin mit anerkannter Psychotherapieweiterbildung oder
  2. eine Kantonale Praxisbewilligung für Psychotherapie oder
  3. die Anerkennung als PsychotherapeutIn SPV, FachpsychologIn für Psychotherapie FSP oder PsychotherapeutIn SBAP, oder
  4. die Anerkennung durch oder Mitgliedschaft bei der GedaP oder
  5. die Anerkennung als PsychotherapeutIn im Rahmen kantonalen Rechts.
  • in Österreich
    • die Anerkennung als Arzt/Ärztin für Psychotherapeutische Medizin oder der Eintrag in die Liste "PsychotherapeutInnen" des zuständigen Minsteriums.

Bausteine:

Die Bausteine der Zusatzqualifikation umfassen 10 Seminare, welche die Übersicht auf den Seiten 2 und 3 zeigt. Diese Seminare plus Supervision und Abschlusskolloquium decken die von der DeGPT geforderten Inhalte aus den Modulen 1 bis 6 und eine Gesamtzahl von 140 Unterrichtseinheiten ab. Die Bausteine (Seminare) können auch einzeln belegt werden, bereits absolvierte Ausbildungseinheiten können anerkannt werden.

Supervision:


Gefordert werden 20 Unterrichtseinheiten an Supervision eigener Behandlungsfälle (nach Möglichkeit videodokumentiert) durch entsprechend qualifizierte Supervisoren und Supervisorinnen. Eine Liste möglicher Supervisoren kann eingesehen werden. Die Supervision kann im Einzel- oder Gruppensetting erfolgen, pro Gruppe können maximal 6 Personen bei Blocks von mindestens 4 Unterrichtseinheiten teilnehmen.

Prüfung:

Als Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung gelten neben den zu absolvierenden Seminaren und der Supervision sechs supervidierte und dokumentierte Behandlungsfälle in Kurzfassung mit unterschiedlichen Störungsbildern (Vollbild PTBS, komplexe Traumatisierung und andere Störungen nach Kindheitstrauma (mindestens 50 Behandlungsstunden), Akute Traumatisierung). Von diesen müssen 4 Behandlungsfälle eine volle Diagnostik (einschließlich mindestens 3 traumaspezifischer Testverfahren) beinhalten. Zwei Fälle müssen dem Abschlusskolloquium zugrunde liegen.
Das Abschlusskolloquium findet in Form eines fallbezogenen kollegialen Gespräches statt.

Kosten:

Die Gesamtkosten der Ausbildungsbausteine inklusive Selbsterfahrung belaufen sich auf 2160 Euro. Bei Buchung und Bezahlung aller vier Blockseminare betragen die Gesamtkosten der Ausbildungsbausteine 2040 Euro. Die Kosten für Supervision betragen 100 Euro pro Unterrichtseinheit und belaufen sich insgesamt auf 2000 Euro. Die Kosten für die Prüfung betragen 210 Euro. Die Gesamtkosten der Zusatzqualifikation betragen somit 4370 Euro.

Supervision kann nach Teilnahme an den Seminaren 1 bis 4 begonnen werden.

Übernachtung:

Hier finden Sie Infos zu Übernachtungs-Möglichkeiten:

Unterkunft

weitere Informationen

Weitere Informationen:


Informationen über die Anforderungen der DeGPT, den Erwerb der Zusatzqualifikatin Spezielle Psychotraumatologie und unsere Referenten finden Sie unter www.degpt.de und auf dieser Webseite