DBT-Therapeut

Ein DBT-Therapeut muss den Nachweis erbringen, dass er in der Lage ist, gemäß den Grundlagen und Prinzipien der DBT mit Borderline-Patienten zu arbeiten. Des Weiteren muss er sich zur kontinuierlichen Weiterbildung auf dem Gebiet der Borderline-Störung verpflichten. Das Zertifikat zum DBT-Therapeuten wird deshalb vom DDBT für die Dauer von drei Jahren vergeben, nach Prüfung der Voraussetzungen und einem Abschlussgespräch.
Falls der DBT-Therapeut innerhalb dieser drei Jahre das DBT-Netzwerktreffen besucht hat, wird diese Zertifizierung ohne weitere Prüfung um drei Jahre verlängert.

Folgende Bausteine müssen erfüllt sein:

  • Approbation als Psychotherapeut (die Fortbildung zum DBT-Therapeuten kann schon während der Weiterbildung begonnen werden)
  • 96 Stunden Theorie in DBT
  • Ein supervidierter ambulanter Fall (12 Monate)
  • Eine supervidierte Skills-Gruppe (6 Monate)
  • Fachgespräch
  • Ärzte mit tiefenpsycholog. Ausbildung müssen zusätzlich einen Kurs in VT-Grundlagen (24h) nachweisen. Ein solcher wird anerkannt, wenn er von einem DBT-Trainer oder von einem an einem VT-Institut akkreditierten Dozenten durchgeführt wurde.

1.) Approbation

als Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut oder Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder Zusatztitel Psychotherapie.

Die Fortbildung in DBT kann vor Abschluss der Psychotherapieausbildung oder -weiterbildung begonnen werden. Die Supervision kann jedoch erst nach Approbation und nach Teilnahme von 32 Theoriestunden (Kompakt I) beginnen. Sollte ein Supervisor für Psychologische Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Ausbildung gleichzeitig anerkannter Supervisor an einem anerkannten Ausbildungsinstitut auch DDBT-Supervisor sein, kann mit der Supervision schon während der Ausbildung (vor der Approbation) begonnen werden, sofern die supervidierte Therapie als Ausbildungstherapie unter Verantwortung des Ausbildungsinstituts stattfindet.
Der Fortbildungskandidat wird zur DBT-Supervison zugelassen, wenn
keine Bedenken hinsichtlich seiner persönlichen Eignung als DBT-Therapeut im Rahmen eines Eingangsgesprächs mit dem Supervisor bestehen.

2.) 96 Stunden theoretische Ausbildung

Teilnahme an den Theoriebausteinen eines vom Dachverband akkreditierten Fortbildungsinstitutes bzw. Trainers.

Basis-I (16h)
Basis-II (16h)
Basis-III (16h, hieß bis 2009 „Aufbau“)
Skills-I (16h)
Skills-II-n (16h, zusätzlicher Kurs ab 2010)
Skills-III (16h, hieß bis 2009 „Skills-II“)

Insgesamt umfasst das Curriculum ab 2010 12 Tage (bisher: 10 Tage).

Übergangsregel:
Wer nachweislich vor dem 01.01.2010 mit dem Curriculum begonnen hat, muss den neuen Kurs Skills-II-n nicht zwingend nachholen.

3.) Ein supervidierter ambulanter Fall (12 Monate)

Überwiegend ambulante Behandlung einer Borderline-Patientin nach DBT über mindestens 1 Jahr. Es sind insgesamt 23 Supervisionsstunden nötig, wovon mindestens 8 Supervisionsstunden in Form von videogestützten Einzelsupervisonen genommen werden müssen. Die 8 Videobänder werden komplett gesichtet. Der Rest von 15 Supervisonsstunden kann wahlweise auch im Rahmen von Supervisionsworkshops, wobei ein Workshop wie 5 Einzelsupervisionen bewertet wird, abgegolten werden. In den Supervisionsworkshops muss der zu supervidierende Fall dargestellt werden. Ein Supervisionsworkshop besteht aus 16 Unterrichtseinheiten. Damit der Supervisionsprozess gewährleistet ist, müssen mit Ausnahme der Supervisionsworkshops die Supervisionen kontinuierlich durch einen Supervisor begleitet werden.

Wer nach dem 01.01.2011 mit der Supervision des ambulanten Fall beginnt, muss vor der Prüfung eine von einem unabhängigen Rater (vom Dachverband gestellt, d.h. die Aufnahme muss dem Dachverband zugesandt werden) als adherent eingestufte Aufnahme einer ganzen DBT Sitzung nachweisen. Das zusätzlichen Kosten für das Rating belaufen sich auf 200 Euro.

4.) Eine supervidierte Skills-Gruppe (6 Monate)

Leitung einer Skills-Gruppe über ein halbes Jahr, davon müssen mindestens 4 Sitzungen von einem DBT-Supervisor (einzeln oder in der Gruppe) per Video ausschnittsweise supervidiert werden.

5.) Empfehlungsschreiben des Supervisors

6.) Fachgespräch

Das halbstündige Abschlussgespräch erfolgt durch mindestens zwei Mitglieder des Prüfungsausschusses, wovon mindest eines nicht gleichzeitig Supervisor des Prüflings gewesen sein darf. Es beinhaltet eine Falldarstellung einer ambulanten Therapie nach DBT, die nicht identisch ist, mit dem supervidierten Fall.

Der Kandidat stellt die Behandlung eines Falles vor, der Fall muss nicht abgeschlossen sein. Die Präsentation dauert 10 Minuten. Die Fallkonzeptualisierung orientiert sich an den Grundlagen der DBT – Case – Conceptualisation (Download: Fall-Konzepterstellung). Der Kandidat sollte anhand von Video-Segmenten den Verlauf der Behandlung dokumentieren und Beispiele demonstrieren, die seiner Meinung nach gute DBT darstellen. An die Falldarstellung schließt sich ein 10 minütiges kollegiales Fachgespräch an, in dem der Prüfungsfall mit den Grundlagen der DBT in Beziehung gesetzt und diskutiert wird.

Übergangsregelungen:

Für Fortbildungskandidaten, die die DBT-Fortbildung nach den alten Richtlinien vor dem 15. Juli 2004 begonnen haben, können Übergangsregelungen beim DDBT beantragt werden.+

Weiterhin können Personen als DBT-Therapeuten von DBT-Supervisoren vorgeschlagen werden; diese müssen jedoch Kompetenzen hinsichtlich den Inhalten von Kompakt I, II und III nachweisen. Der Vorstand entscheidet über die Zulassung der vorgeschlagenen Personen.